Museen & Heimathäuser

Gedenkstätte Lager Sandbostel

In der Nähe des Ortes Sandbostel befindet sich das ehemalige Kriegsgefangenenlager Stalag XB, welches im September 1939 errichtet wurde und in dem mindestens 313.000 Kriegsgefangene und Internierte aus über 55 Nationen gearbeitet und gelitten haben. Im April 1945 kamen zudem 9.500 Häftlinge aus dem KZ Neuengamme und den Bremer Außenlagern hinzu.

Das heutige zu besichtigende Gelände
Zwei Ausstellungen und achtzehn erhaltene Gebäude zeigen die Geschichte und die damaligen Lebensbedingungen des Lagers, in dem Tausende Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge an Hunger, Kälte, Seuchen, Erschöpfung und Gewalt starben. Das Gelände ist frei zugänglich, die Dauerausstellungen können zu den Öffnungszeiten besichtig werden (siehe unten).

Geschichte des Lagers
Im September 1939 kamen mehrere tausend Polen als erste Kriegsgefangene in das abseits in einer Moorlandschaft zwischen Elbe und Weser gelegene Lager Sandbostel.
Im Stalag X B (Mannschafts-Stammlager B im Wehrkreis X, Hamburg) waren bis zu seiner Befreiung im April 1945 einige Hunderttausende Menschen aus großen Teilen der Welt untergebracht: Kriegsgefangene, vornehmlich aus der Sowjetunion, Frankreich, Polen, Jugoslawien und Großbritannien, italienische Militärinternierte, Angehörige der britischen Handelsmarine, Teilnehmerinnen am Warschauer Aufstand von 1944 und zuletzt auch etwa 10.000 KZ-Häftlinge. Manche Gefangene blieben nur einige Tage im Lager, andere mehrere Jahre. Die Kriegsgefangenen wurden an zahlreichen Orten in der norddeutschen Kriegswirtschaft eingesetzt.
Zu einem Massensterben durch Hunger, Seuchen, Erschöpfung und Gewalt kam es im Herbst und Winter 1941/42 unter den sowjetischen Kriegsgefangenen sowie im April/Mai 1945 unter den nach Sandbostel verschleppten KZ-Häftlingen. Die Toten des Lagers sind auf dem etwa zwei Kilometer östlich des Lagers gelegenen Friedhof beerdigt.

Informationen zum Friedhof
Die sowjetische Militäradministration ließ im Sommer 1945 auf dem Friedhof Sandbostel ein Ehrenmal für die dort beerdigten Rotarmisten errichten. 1956 wurde das sowjetische Ehrenmal - unter anderem wegen der auf ihm vermerkten angeblich weit überhöhten Zahl der Toten - auf Betreiben des Landkreises Bremervörde und des niedersächsischen Innenministeriums gesprengt.
Nachdem viele westliche Kriegsgräber in den Nachkriegsjahren umgebettet worden sind befinden sich Heutenoch etwa 170 Einzelgräber von polnischen, jugoslawischen und unbekannten Kriegsgefangenen auf dem Friedhof, zudemeine unbekannte Anzahl von sowjetischen Kriegsgefangenen, die in Massengräbern begraben worden sind. Zusätzlich gibt es heute noch 2397 Gräber von KZ-Häftlingen auf dem Friedhof. Die Gesamtzahl der hier ruhenden Toten wird auf über 10.000 geschätzt.

Offene Sonntage und geführte Rundgänge:
www.stiftung-lager-sandbostel.de

Kontakt

Gedenkstätte Lager Sandbostel
Greftstr. 3
27446 Sandbostel
0 47 64 / 22 54 81 0

info‎@‎stiftung-lager-sandbostel.de
www.stiftung-lager-sandbostel.de

Öffnungszeiten

Das Gelände ist jederzeit zugänglich. Die Dauerausstellung zur Geschichte des Lagers ist folgendermaßen geöffnet:

Montag - Donnerstag:
9.00 - 16.00 Uhr

An allen Sonn- und Feiertagen
:
November - Februar: 12.00-16.00 Uhr
März - Oktober: 11.00-17.00 Uhr

Weiere Termine sowie Führungen über den Friedhof und das Lagergelände sind nach Absprache möglich.
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